Der Weg für die neue Nossener Brücke und die Campuslinie ist frei: SachsenEnergie hat den Mediendüker an der Nossener Brücke pünktlich fertiggestellt. Mit dem unterirdischen Tunnel für Fernwärme-, Strom- und Telekommunikationsleitungen ist eine entscheidende Voraussetzung für den Neubau der Nossener Brücke und eines der wichtigsten Dresdner Infrastrukturprojekte geschaffen. In dem rund 280 Meter langen, begehbaren Mediendüker verlaufen seit August die Versorgungsleitungen, die bisher oberirdisch entlang der Brücke geführt wurden. Da sie im künftigen Brückenbauwerk keinen Platz mehr hätten, wurden sie in den Untergrund verlegt. Damit können die Arbeiten für den Neubau der Nossener Brücke und die neue Straßenbahntrasse beginnen. Zuvor entfernt SachsenEnergie in den kommenden Wochen noch die Rohrbrücke, in der vorher die Fernwärmeleitungen lagen.

Freude bei allen Projektbeteiligten - der Mediendüker an der Nossener Brücke ist fertig: Vorstandsvorsitzender SachsenEnergie, Dr. Frank Brinkmann (vorn), Oberbürgermeister der Stadt Dresden Dirk Hilbert, DVB-Vorstand Lars Seiffert und Dirk Peuss, Geschäftsführer ARGE Eiffage Mediendüker Dresden (hinten).  ©Oliver KilligFreude bei allen Projektbeteiligten - der Mediendüker an der Nossener Brücke ist fertig: Vorstandsvorsitzender SachsenEnergie, Dr. Frank Brinkmann (vorn), Oberbürgermeister der Stadt Dresden Dirk Hilbert, DVB-Vorstand Lars Seiffert und Dirk Peuss, Geschäftsführer ARGE Eiffage Mediendüker Dresden (hinten). ©Oliver Killig 

Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Stadt Dresden: „Mit der Fertigstellung des Mediendükers wird sichtbar, wie viele Einzelprojekte notwendig sind, um große Zukunftsvorhaben zu verwirklichen. Der Tunnel selbst bleibt später unsichtbar, seine Bedeutung für Dresden ist jedoch groß. Er schafft die Voraussetzungen für den Neubau der Nossener Brücke und damit für die Campuslinie, die Wissenschaftsstandorte, Arbeitsplätze und Wohnquartiere künftig noch besser miteinander verbinden wird.“

Dr. Frank Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der SachsenEnergie: „Der Mediendüker ist weit mehr als ein Tunnel für Leitungen. Mit ihm schaffen wir die infrastrukturelle Grundlage für die kommenden Jahrzehnte und erhöhen gleichzeitig die Versorgungssicherheit. Er verbindet Versorgung, Mobilität und Stadtentwicklung und macht den nächsten Schritt eines der wichtigsten Verkehrsprojekte Dresdens möglich. Die pünktliche Fertigstellung ist deshalb ein großer Erfolg für alle Projektpartner. Mein Dank gilt den Mitarbeitenden der SachsenEnergie sowie der Arbeitsgemeinschaft ARGE Eiffage Mediendüker Dresden und dem Ingenieur- und Consulting-Unternehmen ICL für die Planung, die das Projekt in unserem Auftrag erfolgreich umgesetzt hat.“

Technisch anspruchsvolles Infrastrukturprojekt
Der Bau des Mediendükers gehörte zu den anspruchsvollsten Infrastrukturvorhaben seiner Art in Dresden. Die ARGE Eiffage Mediendüker Dresden errichtete den Tunnel in geschlossener Bauweise unter mehreren stark frequentierten Bahngleisen, ohne den Bahnbetrieb zu beeinträchtigen. Er verbindet die Fernwärme-, Strom- und Telekommunikationsnetze beider Seiten der Nossener Brücke geschützt im Untergrund.

Blick in den Mediendüker Nossener Brücke ©Oliver KilligBlick in den Mediendüker Nossener Brücke ©Oliver Killig

Dirk Peuss, Geschäftsführer ARGE Eiffage Mediendüker Dresden: „Arbeiten in großer Tiefe, schwierige geologische Bedingungen und die Unterquerung stark frequentierter Fernbahn- und Rangiergleise erforderten höchste Präzision. Dass der Tunnel planmäßig hergestellt werden konnte, ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten.“ Für die Bohrung kam in rund 20 Metern Tiefe eine Spezial-Tunnelbohrmaschine mit einem vier Meter großen Schneidrad zum Einsatz. Während des Bohrvortriebs wurden hinter der Maschine gleichzeitig die Stahlbeton-Tunnelsegmente eingebaut. So entstand ein begehbarer Versorgungstunnel mit einem Innendurchmesser von etwa drei Metern. Zusätzliche Herausforderungen ergaben sich aus den geologischen Bedingungen. Die Arbeiten erfolgten teilweise in verschiedenen quellfähigen Sedimentgesteinen, die sogenannten Pläner sowie in Bereichen mit geringer Überdeckung zu den darüberliegenden Gleisanlagen. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an Planung, Vermessung und Bauüberwachung. Für die Baugruben und den Düker wurden rund 12.300 Tonnen Erd- und Felsmaterial ausgehoben.

Unsichtbare Grundlage der Campuslinie
Die Campuslinie gehört zu den bedeutendsten Dresdner Verkehrsprojekten der kommenden Jahre. Mit der neuen Straßenbahnstrecke wird die stark nachgefragte Buslinie 61 entlastet. Gleichzeitig entstehen neue Direktverbindungen zwischen Wohngebieten, Arbeitsstandorten und der Technischen Universität Dresden. Die neue Trasse verbessert die Erreichbarkeit des Universitätscampus und stärkt die Anbindung des Dresdner Westens an den öffentlichen Nahverkehr. Nach Angaben der Projektpartner werden künftig rund 18.700 Fahrgäste pro Tag von der neuen Verbindung profitieren. Mit dem Neubau der Nossener Brücke entstehen zudem barrierefreie Haltestellen sowie neue Umsteigemöglichkeiten zwischen Straßenbahn, Bus und einer geplanten S-Bahn-Station.

Lars Seiffert, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe: „Der Mediendüker zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel der Projektpartner für die Campuslinie ist. Die Sachsen Energie schafft mit diesem Bauwerk eine zentrale Voraussetzung für den Bau der Nossener Brücke und der Campuslinie, welche für die DVB mit das wichtigste Infratstrukturvorhaben für einen zukunftsfähigen ÖPNV ist. Gleichzeitig bringen wir uns mit erheblichen Eigen- und Fördermitteln in das Gesamtprojekt ein. So leisten alle Partner ihren Beitrag dazu, dass aus der Planung Schritt für Schritt neue Infrastruktur für Dresden wird.“

Die Gesamtkosten für den Bau des Tunnels liegen bei rund 30 Millionen Euro, die innerhalb des Stadtbahnprojekts Campuslinie unter anderem durch Fördermittel finanziert werden.

Technische Fakten zum Bau des Mediendükers Nossener Brücke
Länge des Mediendükers: rund 280 Meter
Innendurchmesser: 3 Meter
Bauzeit: rund 2 Jahre (27 Monate)
Kosten: rund 30 Mio. Euro inkl. Fördermittel
Verlegte Leitungen: 950 Meter Fernwärmerohre, 6,6 Kilometer Stromkabel, 3,2 Kilometer Telekommunikationsleitungen
Inbetriebnahme: 05. August 2026

Quelle: SachsenEnergie AG