Am Montag, 26. Oktober 2026, begannen die Bohrungen für das neue Gleichrichterunterwerk (GUW) der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) an der Königsbrücker Straße. GUWs sind Trafostationen mit elektrischen Wandlern, Steuerungselementen und Sicherungen. Über Kabel und Leitungen speisen sie Energie ins Fahrleitungsnetz der Dresdner Straßenbahn ein und sichern damit den Betrieb. Aktuell betreibt die DVB 57 solcher GUWs. Das an der Königsbrücker Straße wird Nummer 58. Strom erhält das neue Unterwerk aus dem 20 kV-Hochspannungsnetz der SachsenEnergie. Das GUW wandelt den Strom in die 600 Volt Gleichspannung um, mit der Dresdens Straßenbahnen fahren. Genau wie alle anderen GUWs wird auch das GUW 58 fernsteuerbar sein und kann die beim Bremsen von Straßenbahnen zurückgespeiste Energie verarbeiten und anderen Bahnen beim Anfahren zur Verfügung stellen. Das spart viel Energie. Das neue GUW wird „Hauptversorger“ für die Linien 7 und 8 zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee. Es kann bei Störungen oder Wartungen auch zusätzlich Aufgaben benachbarter GUWs übernehmen.
Am Montag, 26. Oktober 2026, begannen die Bohrungen für das neue Gleichrichterunterwerk (GUW) der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) an der Königsbrücker Straße. Foto: MeiDresden.de
Das neue GUW entsteht unterirdisch zwischen Schwepnitzer Straße und Eschenstraße. Oberirdisch wird ein kleines Einstiegsbauwerk am Fußweg errichtet, etwa 12 Quadratmeter Grundfläche und einen Meter hoch. Eine Treppe führt nach unten. Das GUW hat unterirdisch eine Grundfläche von 110 Quadratmetern, ist 26,65 Meter lang, 5,25 Meter breit und im Inneren 4,60 Meter hoch. Die technische Ausrüstung umfasst zwei Transformatoren sowie alle notwendigen Schalteinrichtungen.
Am Montag, 26. Oktober 2026, begannen die Bohrungen für das neue Gleichrichterunterwerk (GUW) der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) an der Königsbrücker Straße. Foto: MeiDresden.de
Damit die Technik im Untergrund gut geschützt ist, wird eine 850 Quadratmeter große Bohrpfahlwand um das GUW gebaut. Die Grundwasserabdichtung übernimmt eine 200 Quadratmeter große Unterwasserbetonplatte, 1,4 Meter dick.
Die Bohrpfahlwand besteht aus 98 Pfählen von je 13 Metern. Um die Pfähle zu verankern, wird gebohrt. Damit die Bohrungen richtig sitzen, wird eine Bohrschablone hergestellt. Das ist ein Baukörper aus Styropor, so dick wie ein Bohrpfahl mit einer Betonhülle, der für eine Führung der Bohrschnecke sorgt. Die Bohrschnecke dreht sich in den Boden und ist dann mit Aushub gefüllt. Der wird nach oben gezogen und außerhalb der Bohrpfähle ausgeschüttelt. Dabei entsteht technologisch bedingt Baulärm - für die Anwohner eine Herausforderung.
Am Montag, 26. Oktober 2026, begannen die Bohrungen für das neue Gleichrichterunterwerk (GUW) der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) an der Königsbrücker Straße. Foto: MeiDresden.de
Die Pfähle sind so angeordnet, dass zwischen ihnen keine Lücke entsteht. Ihr Querschnitt ist also nicht komplett rund, sondern an einer Seite ist der Kreis angeschnitten. So wird die Wand wasserdicht. Für die Stabilität wechseln Bohrpfähle mit und ohne Bewährung. Während frischer Beton von unten im Bohrloch eingebracht wird, zieht man das Bohrgestänge langsam nach oben.
Zum Schluss werden die obersten Meter des Betons der Bohrpfähle wieder abgestemmt. Das ist ein technologisch notwendiger Vorgang, weil sich durch Einbringen des Betons von unten Beton oben sammelt. Gebohrt wird mit einem leistungsstarken Drehbohrgerät, das 28 Meter hoch ist. Damit diese Maschine Platz hat, wurde die Freileitung der öffentlichen Beleuchtung zurückgebaut. Aktuell ist eine provisorische Beleuchtung in Betrieb.
Fußwege und Seitenflächen wurden geöffnet, um an den Versorgungsleitungen (Strom, Telekommunikation, Trinkwasser, Gas und Abwasser) zu arbeiten. Foto: MeiDresden.de
Pro Werktag können bis zu drei Bohrpfähle gesetzt werden. Logistisch ist das anspruchsvoll, weil pro Bohrloch etwa 7,9 Kubikmeter Beton benötigt werden. Die Arbeiten dauern etwa 33 Werktage und könnten bei guten Bedingungen bis Mitte Dezember 2026 beendet sein. Frischer Beton darf nicht gefrieren.
Fußwege und Seitenflächen wurden geöffnet, um an den Versorgungsleitungen (Strom, Telekommunikation, Trinkwasser, Gas und Abwasser) zu arbeiten. Foto: MeiDresden.de
Was ist ansonsten bisher an der Königsbrücker Straße passiert?
Seit Baubeginn am 7. September wurden am Albertplatz und an der Antonstraße neue Gleisabschnitte und eine Weiche eingebaut. Gleichzeitig begann der Tiefbau- und Leitungsbau entlang der Straße. Fußwege und Seitenflächen wurden geöffnet, um an den Versorgungsleitungen (Strom, Telekommunikation, Trinkwasser, Gas und Abwasser) zu arbeiten. Am Bischofsweg begannen Vorbereitungen für das Umverlegen einer großen Trinkwasserleitung.
Quelle: Landeshauptstadt Dresden