Sachsen. Bei einer Stichprobe des DRK Sachsen über wahrgenommene Impftermine wurde festgestellt, dass rund 7000 Zweitimpfungsterminen nicht wahrgenommen wurden.

Eine Stichprobe des DRK Sachsen über die in der Zeit vom 8. bis 15. Juni 2021 in den Impfzentren nicht wahrgenommenen Impftermine ergab, dass in diesem Zeitraum 60.076 Zweitimpfungen geplant waren und 53.154 Zweitimpfungen tatsächlich durchgeführt wurden. Demnach konnten 6.922 Zweitimpfungen nicht durchgeführt werden (11,52%). Davon fielen 3.326 Termine aus (5,54%), ohne dass die Möglichkeit bestand, diese an andere Impfwillige weiterzugeben. Personen sind trotz gebuchter Zweitimpftermine einfach nicht zu Ihrer Impfung erschienen. Die knappe Mehrheit der ausgefallenen Termine (3.596) wurden vorher über das System storniert und war so, wenn sie mindestens einen Tag vor dem Termin storniert wurden, für andere impfwillige Personen online buchbar. Diese Stichprobe ist nicht repräsentativ, zeigt aber eine Tendenz. Das DRK wird die Dokumentation der ausgefallenen Termine fortsetzen.

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»Das hochsommerliche Wetter und die gesunkenen Infektionszahlen dürfen uns nicht täuschen oder gar zu Leichtsinn verleiten. Die Coronavirus-Pandemie ist noch lange nicht überwunden. Nur wenn wir jetzt fleißig weiterimpfen, werden wir auch einen entspannten Herbst erleben«, mahnt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping und warnt damit vor einem Nachlassen der Impfbereitschaft. »Wir brauchen weiterhin eine hohe Impfquote. Es kann verschiedene Gründe geben, den Zweitimpftermin nicht wahrzunehmen – zum Beispiel weil man die zweite Impfung an einem anderen Ort bekommt. Aber es wäre fahrlässig, diesen einfach ausfallen zu lassen, denn erst dieser gewährleistet den vollständigen und längeren Impfschutz. Es war von Anfang an unsere Strategie, die Zweitimpfung so schnell wie möglich durchzuführen, weil nur dies vollen Immunschutz bietet. Auch jetzt zeigt sich angesichts der Delta-Variante, dass dies richtig ist. Wer den zweiten Impftermin ausfallen lässt, gefährdet sich und seine Umgebung, weil die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erhöht wird. Sicher gibt es auch andere Gründe, einen Zweitimpftermin nicht wahrzunehmen, zum Beispiel, wenn man die Impfung beim Haus- oder Betriebsarzt erhält. Diese Bürgerinnen und Bürger sollten dann bitte den Termin im Impfzentrum absagen, damit er anderweitig vergeben werden kann.«

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Gesundheitsministerin Petra Köpping erklärt: »Alle Fachleute warnen bereits vor einer durch die Deltavariante dominierten vierten Welle im Herbst, auch wenn wir jetzt kaum noch Ansteckungen zählen. Deshalb weise ich ausdrücklich darauf hin, die Schwere der vierten Welle wird davon abhängen, wie gut wir es schaffen, möglichst viele Menschen möglichst zügig mit der kompletten Impfung zu schützen. Wer denkt, er kann sich seine zweite Impfung im Herbst holen, wenn es nötig ist, der täuscht sich, denn er ist bis dahin vor allem gegen eine Infektion mit der Delta-Variante relativ ungeschützt. Deshalb appelliere ich eindringlich, sich im vorgegebenen Abstand unbedingt die zweite Impfung geben zu lassen. Wir dürfen keine Termine ausfallen lassen.«

Das Sozialministerium und das DRK Sachsen weisen deshalb darauf hin, dass Impftermine, die nicht wahrgenommen werden können, über das Buchungsportal storniert werden sollen. Freie Termine werden dann umgehend im Portal wieder zur Verfügung gestellt.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt