Eine Rechnung, die sie sich nicht erklären konnte, dazu eine hohe Geldforderung und die Drohung mit rechtlichen Konsequenzen – eine Verbraucherin aus Plauen wusste zunächst nicht, wie sie mit dem Schreiben in ihrem Briefkasten umgehen sollte. Verunsichert wandte sie sich an die Verbraucherzentrale Sachsen. Dort stellte sich schnell heraus: Die Forderung war nicht echt.
Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor Fake-Inkasso: Betrüger tarnen sich mit echten Firmendaten. Foto: MeiDresden.de
Forderung für vermeintliche Lotterie-Teilnahme
Im Schreiben der vermeintlichen „InkassoMildau“ wird eine angebliche Forderung der „Euromillion-Lotterie“ von 2.157,60 Euro geltend gemacht. Dazu kamen weitere Kosten für Verzug und Zinsen, sodass sich die geforderte Summe auf insgesamt 4.348,91 Euro erhöhte. Die Verbraucherin hatte jedoch nach eigener Aussage nie bei der Lotterie gespielt.
Betrüger drohen mit Schufa-Eintrag oder Zwangsvollstreckung
„Diese Betrugsmasche ist uns bereits bekannt. Die Schreiben setzen die Betroffenen gezielt unter Druck, indem für den Fall einer ausbleibenden Zahlung mit einem Schufa-Eintrag, einem gerichtlichen Mahnbescheid, der Zwangsvollstreckung oder einer Kontopfändung gedroht wird. Das verunsichert die Betroffenen erheblich“, sagt Jasmin Trautloft, Leiterin der Beratungsstelle Plauen der Verbraucherzentrale Sachsen. „Gleichzeitig sehen die Schreiben inzwischen sehr professionell aus. Man muss genau hinschauen, um die Fehler im Detail zu entdecken.“
Das im Schreiben genannte Inkassounternehmen existiert tatsächlich. Auch die Angaben im Schreiben stimmten weitgehend mit dem Registereintrag überein. Erst bei genauerem Hinsehen zeigten sich Abweichungen bei der Telefonnummer und der E-Mail-Adresse.
Nach Rücksprache mit dem tatsächlichen Inkassounternehmen konnte die Verbraucherzentrale den Betrugsversuch schnell aufklären und der Betroffenen ihre Sorgen nehmen.
Der Verbraucherin wurde geraten, wegen des Betrugsversuchs Anzeige zu erstatten. Auch das betroffene Inkassounternehmen hat nach eigenen Angaben bereits anwaltliche Schritte eingeleitet, nachdem sich mehrere Menschen mit entsprechenden Anfragen gemeldet hatten.
Registerdaten und Kontaktdaten sorgfältig vergleichen
Die Verbraucherzentrale Sachsen rät, bei unbekannten Inkassoforderungen zunächst Ruhe zu bewahren und die Angaben sorgfältig zu überprüfen.
Das sollten Betroffene beachten:
- Prüfen Sie, ob die geltend gemachte Hauptforderung tatsächlich besteht.
- Vergleichen Sie die Daten auf dem Anschreiben mit den für das Inkassounternehmen hinterlegten Daten bei der Registerauskunft des Bundesamts für Justiz.
- Lassen Sie sich nicht durch angedrohte Konsequenzen unter Druck setzen.
- Zahlen Sie nicht, solange die Forderung nicht geklärt ist.
- Verwenden Sie nicht die im Schreiben angegebenen Telefonnummern oder E-Mail-Adressen..
Wer Unterstützung bei Fragen rund um Verträge, Zahlungsaufforderungen oder Inkassoforderungen benötigt, kann sich an die Verbraucherzentrale in Sachsen wenden. Beratungstermine können online oder telefonisch unter 0341 696 2929 vereinbart werden.
Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e. V.