Ein Jahr nach dem Start des EU-Life-Projektes »LIFE4HamsterSaxony« im Oktober 2025 ziehen der Zoo Leipzig, der Landkreis Nordsachsen und das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eine positive Zwischenbilanz. Messbare Erfolge gibt es sowohl bei der Auswilderung gezüchteter Feldhamster als auch beim Aufbau der Erhaltungszucht. Zudem sind feldhamsterfreundliche Bewirtschaftungsmaßnahmen im Projektgebiet südwestlich von Delitzsch und nördlich des Flughafens Leipzig/Halle erfolgreich angelaufen.

Feldhamsterjungtier im Nest in der Zuchtstation des Zoos Foto: Zoo LeipzigFeldhamsterjungtier im Nest in der Zuchtstation des Zoos Foto: Zoo Leipzig

Insgesamt 93 Feldhamster wurden im Mai 2026 auf zwei feldhamsterfreundlich bewirtschafteten Feldern in Nordwestsachsen ausgewildert. Die ersten Jungtiere zeigten sich bereits im Juni auf den Flächen und in der zooeigenen Zuchtstation können sich die Projektverantwortlichen über 271 Feldhamsterjungtiere aus 39 Würfen (2025: 196) freuen. „Die Zahlen stimmen uns erneut zuversichtlich, dass wir unserem gemeinsamen Ziel Schritt für Schritt näherkommen. Bis 2031 soll sich in Nordwestsachsen eine selbsttragende Feldhamsterpopulation etablieren. Ein erfolgreiches Zuchtgeschehen schafft dafür die entscheidende Grundlage und trägt dazu bei, den vom Aussterben bedrohten Feldhamster wieder dauerhaft in das bestehende Ökosystem zu integrieren und seine wichtige Rolle als Teil dieses Lebensraums zu sichern. Es deutet alles darauf hin, dass sich das Feldhamsterschutzprojekt zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, was mich darin bestärkt, dass ein gemeinsames Agieren im Sinne des Arten- und Naturschutzgedankens möglich und erfolgreich sein kann“, betont Zoodirektor Prof. Jörg Junhold.

Feldhamster auf Auswilderungsfläche in Nordwestsachen Foto: LfULG,/ Alexander ErdbeerFeldhamster auf Auswilderungsfläche in Nordwestsachen Foto: LfULG,/ Alexander Erdbeer

Parallel zum Auswilderungs- und Zuchtgeschehen im Rahmen des LIFE4HamsterSaxonyProjektes wurden in weiteren Zoo-Projekten in Sachsen-Anhalt 129 Tiere ausgewildert.
Langfristiges Ziel ist es hier, bestehende und neu ausgewilderte Populationen in den kommenden Jahren miteinander zu vernetzen und den genetischen Austausch zu fördern.
„Unser großes Anliegen ist es auch, Natur und Landwirtschaft wieder stärker zusammenzubringen. Die Erfolge aus den ersten beiden Pilotjahren 2024 und 2025 sprechen
für sich und machen deutlich, welche positiven Auswirkungen diese Symbiose für beide Parteien haben kann. Erste Auswertungen zeigen, dass sich rund um die Auswilderungsflächen die Artenvielfalt erhöht.

Neben Feldhase, Dachs und Wachtel konnten auch seltene Vogelarten wie Steinschmätzer oder Blaukehlchen sowie zahlreiche Insektenarten beobachtet werden. Das zeigt, dass gezielter Feldhamsterschutz positive Impulse für die gesamte Artenvielfalt geben kann“, erklärt Thomas Liebenstein, Projektmanager Artenschutz

Quelle: Zoo Leipzig