Auch die zweite Verhandlungsrunde am 12. Februar 2026 brachte kaum Annäherungen. Lediglich zu den Forderungen im Vergütungstarifvertrag legten die Arbeitgeber erste Vorstellungen vor: eine Erhöhung um 1,6 % zum 1. Januar 2026, um 1,7 % zum 1. Januar 2027 sowie um 1,0 % zum 1. Januar 2028 – bei einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2028. Zum Rahmentarifvertrag für Beschäftigte und Auszubildende wurden lediglich Angaben zu einem möglichen Gesamtvolumen gemacht. Demnach stünden für 2026 sowie für die beiden Folgejahre jeweils 0,2 % der Grundjahresvergütung zur Verfügung.
Bus RVSOE © MeiDresden.de
Dieses Angebot bleibt deutlich hinter den berechtigten Forderungen unserer Kolleginnen und Kollegen zurück. Auch in der Frage der unbefristeten Übernahme von Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss blockiert die Arbeitgeberseite weiterhin.Die Beschäftigten haben bislang – insbesondere mit Rücksicht auf die Fahrgäste und hier vor allem auf die Schülerinnen und Schüler – bewusst auf Streikmaßnahmen verzichtet.
„Sollte es jedoch auch in der dritten Verhandlungsrunde keine spürbaren Bewegungen seitens der Arbeitgeber geben, ist der Geduldsfaden der Kolleginnen und Kollegen mehr als überstrapaziert“, erklärt der ver.di-Verhandlungsführer Sven Vogel. Er ergänzt: „Wir setzen auf ein faires und wertschätzendes Entgegenkommen der Arbeitgeberseite.“ Sollte ein solches Entgegenkommen erneut ausbleiben, seien nach der dritten Verhandlungsrunde am 4. März flächendeckende Streiks in den betroffenen Unternehmen zu erwarten.
Diese sind:
Regionalverkehr Westsachsen Zwickau, ETP Chemnitz, Regionalverkehr Erzgebirge, Regiobus Mittelsachsen, Verkehrsgesellschaft Meißen, DVS Dresden, Regionalverkehr Sächs. Schweiz und Osterzgebirge, Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda, Regionalbus Oberlausitz, Görlitzer Verkehrsbetriebe sowie Omnibusverkehr Oberlausitz und DB Regio Bus Ost Zittau
Verhandelt werden:
der Rahmentarifvertrag, der Rahmentarifvertrag Azubis und der Vergütungstarifvertrag der Beschäftigten und der Azubis
Mit ihren Forderungen verfolgen die in ver.di organisierten Arbeitnehmer*innen das Ziel, die Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr spürbar zu verbessern und den Beruf langfristig attraktiv zu halten. Kernpunkte sind:
Vergütungstarifvertrag
- Erhöhung der Tabellenvergütungen um 4 Prozent zum 1. Januar 2026 und weitere 4 Prozent ab 1. Januar 2027
- Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 90 Euro/Monat zum 1. Januar 2026 und weitere 90 Euro/Monat ab 1. Januar 2027
- Laufzeit des Vergütungstarifvertrages: 1. Januar 2026 bis 30. Juni 2027
Rahmentarifvertrag
- Erhöhung der Jahressonderzahlung auf Ziel 90% der jeweiligen Tabellenvergütung
- Einhaltung der 5-Tage-Woche auch beim Schichtdienst- hier mindestens zwei Wochenenden dienstfrei pro Monat
- Erhöhung der Zulage der geteilten Dienste von 13 € auf 21 €
- Einführung von Erfahrungszulagen nach 4 Jahren in der Endstufe
- Erhöhung der Nachtzulage von 20% auf 25% sowie Ausweitung auf 20.00 Uhr- 6.00 Uhr
- Einführung einer Samstagszulage i. H. v. 25 Prozent – ganztägig
- Erhöhung Erholungsurlaub um 2 Tage pro Kalenderjahr
- Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen für ver.di Mitglieder
- Laufzeit des Rahmentarifvertrages: 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2029
Rahmentarifvertrag Azubis
- verpflichtende unbefristeten Übernahme nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung.
- Erhöhung der Jahressonderzahlung mit dem Ziel 90 % der Auszubildendenvergütung
- Laufzeit des Tarifvertrages: 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2029